3. Juli 2021 – 13. März 2022

Hunger. Eine Ausstellung über Mangel und Überfluss

Hunger kennen wir alle. Immer wieder überkommt er uns. Er macht uns müde oder gereizt. Was passiert im Körper bei Hunger? Wie fühlt sich ein leerer Magen an? Was bedeutet es satt zu sein? Wenn es die Umstände zulassen, essen wir bis wir voll sind, oft auch darüber hinaus. Doch nicht alle haben diese Möglichkeit. Viele Menschen müssen Hunger als einen permanenten Zustand hinnehmen.

Weltweit leidet jeder elfte Mensch an chronischem Hunger und jeder Vierte lebt in Ernährungsunsicherheit – er weiss morgens nicht, ob er abends satt sein wird. Vielerorts fehlt ausserdem das Geld für eine ausgewogene Ernährung. Wo Armut herrscht, kämpfen viele gegen Unterernährung, andere jedoch gegen Übergewicht.

Diese Welt der Gegensätze lässt sich in der neuen Ausstellung im Museum Mühlerama erkunden. Der Auftakt bildet die „Hunger Appreciation Station“ der niederländischen Eating-Designerin Marije Vogelzang. Mit aussergewöhnlichen Lautsprechern und einer auditiven Meditation wird der eigene Hunger erforscht.

Die thematisch strukturiere Ausstellung beleuchtet Hunger aus verschiedenen Perspektiven. Sie stellt die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Hunger und Sättigungsmechanismen vor. Sie thematisiert gesellschaftliche und kulturelle Einflüsse auf unser Essverhalten, bespricht freiwilligen Verzicht und verschwenderischem Überfluss. Die Ausstellung beleuchtet zudem politischen Fragen rund um Hunger und Ernährungsunsicherheit. Mit Blick auf die aktuelle Weltlage gibt sie den Besuchenden Denkanstösse und mögliche Lösungen für ein nachhaltigeres Ernährungssystem mit. 

Für weiterführende Beschriebe der einzelnen Kapiteln, dem Veranstaltungsprogramm und aktuellen Blogeinträgen zum Thema besuchen Sie die Website www.hungerausstellung.ch 

26. November 2020 - 5. April 2021

Das Brot aus dem See

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem ältesten Sauerteigbrot der Schweiz
1976 machen Archäologinnen bei Grabungen am Bahnhof in Twann einen europaweit einzigartigen Fund. Zwischen Pfahlbauten, Knochen und Pfeilspitzen finden sie ein intaktes Sauerteigbrot. Es weist alle Eigenschaften eines heutigen Brotes auf. Der entscheidende Unterschied: Dorfbewohnerinnen backten es vor rund  5500 Jahren in einer jungsteinzeitlichen Ufersiedlung. 

In unsicheren und unsteten Zeiten wie diesen, drängen sich Fragen nach der eigenen Vergänglichkeit auf. Gleichzeitig – oder gerade deshalb – haben sich in letzter Zeit viele Menschen dem jahrtausendealten Herstellungsprozess von Sauerteig gewidmet. Das Brot von Twann ist der Beweis für die Beständigkeit und der Fortdauer dieses Prozesse und schlussendlich der menschlichen Existenz. Die künstlerische Auseinandersetzung der drei Autorinnen Silja Dietiker, Jeannette Fischer und Susanne Vögeli mit dem Brot von Twann gibt es im Mühlerama zu entdecken. 

Die forschende Köchin Susanne Vögeli setzte am Fundort des Brotes einen eigenen Sauerteig an. Daraus entstanden 10 Brote und Fotografien, die an kleine Planeten im dunklen All erinnern. Die Künstlerin Silja Dietiker nimmt uns mit ihrer Videoinstallation ins Innere eines blubbernden Sauerteigs. Der Kosmos der Mikroorganismen ist körperlich erfahrbar und ein Erlebnis für alle Sinne.  Mit philosophischen Sinnsprüchen hinterfragt die Psychoanalytikerin Jeannette Fischer unser Verständnis von Zivilisation, Macht und Herrschaft. Sie fordert dazu auf, die Spuren der Zivilisation nicht wie eine Erzählung der Befreiung, sondern der Abhängigkeiten zu lesen. 

Vernissage: Donnerstag 26. November 2020 17.30 Uhr/ 19.00 Uhr/ 20.30 Uhr Bitte melden Sie sich auf unserer Website unter Veranstaltungen für das gewünschte Zeitfenster an. Die Platzzahl ist begrenzt.