Ein Blick in die Geschichte - Notvorrat

In den Schweizer Einkaufsläden kommt es seit der Verbreitung des Corona-Virus zu aussergewöhnlichen Szenen: Die Einkaufsregale sind leer gekauft, Schweizerinnen und Schweizer legen für den Ernstfall einen Notvorrat an.

Dabei hat die Schweiz für solche Krisensituationen vorgesorgt. Allfällige Versorgungsengpässe in der Wirtschaft sind durch Pflichtlager gedeckt. Die Lager sind ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Landesversorgung. Sie sichern für 3-4 Monate den Grundbedarf an lebenswichtigen Nahrungsmitteln: Zucker, Speiseöl, Kaffee, Getreide und Futtermittel für Tiere.

Auch das grosse Silo neben der Mühle Tiefenbrunnen war ein solcher Notvorrat. Es umfasste 3’300 Tonnen Getreide, wovon ein Teil – der Grundvorrat – dem Bund gehörte und gratis gelagert werden musste. Ein Zusatzvorrat gehörte der Mühle, durfte aber auch nicht angetastet werden, da es zum Pflichtlager gehörte. Nur ein beschränkter Teil war für die Müller frei verfügbar.

Der Bund hatte aus seinen Fehlern im ersten Weltkrieg gelernt. Bei Ausbruch des   Krieges konnte die einheimische Landwirtschaft den landesweiten Bedarf an Getreide nur zu 20% decken. Der Staat besass lediglich einige wenige Lager, die für das Militär bestimmt waren. Folglich musste der grösste Teil des Getreides aus dem Ausland importiert werden. Als sich gegen Ende des Krieges die Versorgungslage erheblich verschlechterte, mussten viele Familien Hunger leiden. Ältere Schweizerinnen kennen noch das Sprichwort: Nicht hartes Brot ist hart – kein Brot ist hart!

Die Mühlen wurden daraufhin zum Anlegen von Pflichtlager für Notzeiten verpflichtet, der Bund legt zudem eigene Lager an und förderte mit Subventionen den Anbau von inländischem Weizen. So blieb die Schweizer Bevölkerung im zweiten Weltkrieg vor einer weiteren Hungerkrise verschont. Auch dank der „Anbauschlacht“, bei der auf dem Sechseläutenplatz in Zürich Kartoffel und Getreide angepflanzt wurden. Bis heute sind wir in der Schweiz auf allfällige Engpässe vorbereitet, die zum Glück noch nicht eingetroffen sind.

Quellen:
www.reservesuisse.ch/pflichtlager/
Heinrich Wehrli, Die Wehrli-Mühle in Zürich, Zürich 1977.

Bildlegenden: 
Arbeitsbuch von Heinz Gygax, Müllerlehrling
im Tiefenbrunnen von 1976 bis 1979. © Mühlerama / Getreidesilo Mühle Tiefenbrunnen, 1960er Jahre, Firmenarchiv Maschinenfabrik Oerlikon/ /Leere Regale im Migros Limmatplatz, Zürich, 14.03.2020, (Kristof Reber) Kartoffelernte auf dem Tonhalleplatz, Zürich, 1942 © Hans Staub / Fotostiftung Schweiz / Getreideernte auf dem Tonhalleplatz, Zürich, 1943 © Hans Staub / Fotostiftung Schweiz

 

 

Über das Mühlerama

Herzstück des Museums bildet die 1986 zum Museum umgebaute Industriemühle aus dem Jahr 1913. Während den Öffnungszeiten wird die Mühle in Betrieb genommen und durch eine Müllerin oder einen Müller erklärt. So produziert die Mühle jährlich noch etliche Tonnen Mehl. In einer Dauerausstellung wird dem Publikum die Kulturgeschichte der Müllerei, der Mühle Tiefenbrunnen und der Müllerfamilie Wehrli auf anschauliche und interaktive Weise vermittelt.

Am Puls der Zeit werden jährlich Sonderausstellungen zu aktuellen Themen der Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit gezeigt.

Das Angebot des Museums wird ergänzt durch eine reiche Palette an Workshops und Führungen für Kinder und Erwachsene. Besonders beliebt sind Brotback-Kurse, Führungen durch die historische Mühle und die Sonderausstellungen.

Das Mühlerama hat sich im Laufe der Jahre einen ausgezeichneten Ruf als lebendiges, erlebnisreiches und sinnliches Museum erworben.

Ansprechspersonen

Museumsteam

Muse­ums­leitung 
Pius Tschumi 
pius.tschumi@muehlerama.ch

Leitung Mühle und Vermittlung
Andreas Bommer 
andreas.bommer@muehlerama.ch

Empfang, Laden, Betrieb
Luana Cardu 
laden@muehlerama.ch

Buchung und Beratung
Elisabeth Sinstadt 
info@muehlerama.ch

Back­schule
Sara Witmer
sara.witmer@muehlerama.ch

Nudelschule
Julia Graf
julia.graf@muehlerama.ch

Bildung und Vermittlung
Claudia Winteler
claudia.winteler@muehlerama.ch

Freie Mitarbeitende

Bildung und Vermittlung
Nathalie Buchli, Valentina Berchtold, Camilla Ciresa, Julia Graf, Beat Maumary, Anita Schneeberger, Claudia Winteler,

Mühlen­betrieb
Andreas Bommer, Lara Carisch, Beat Maumary, Claudia Winteler

Empfang/​Shop
Valentina Berchtold, Luana Cardu, Rebecca Hoffmann, Faina Mendoza Turcott, Claudia Winteler

Reinigung
Clean-Service AG, Oberengs­tringen

Stiftungsräte

Daniel Wehrli
Stif­tungs­rats­prä­sident
wehrli.daniel@groba.ch

Alois Inder­bitzin
Stif­tungsrat
alois@prfact.ch

Thomas Bratschi
Stif­tungsrat
brat@zhaw.ch

Presse

Hier finden Sie Bildmaterial, Medienmitteilungen und Berichte. Selbstverständlich können Sie die Informationen direkt herunterladen. Wenn Sie zusätzliche Auskünfte wünschen, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf. Sie sind in der Mühle stets willkommen!

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Bildmaterial

«Die Fabrik» Förderband zu Genuss, Gesundheit und Ökologie (JPG)

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© Martin Stollenwerk

«Die Fabrik» Förderband zu Genuss, Gesundheit und Ökologie (JPG)

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«Minimühle» didaktische Hands on Station zur Fördertechnik Mühle (JPG)

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Neuer Empfang und Museumsladen (JPG)

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Backstube, Workshopraum (JPG)

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Backstube, Workshopraum und historische Indistriemühle (JPG)

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Walzenstühle mit Projektion historischer Bilder (JPG)

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© Martin Stollenwerk

Medienmitteilungen

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